Aktuelle Zeit: Di 18. Jun 2019, 09:35


Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Herr-der-Flammen » Fr 25. Jan 2013, 17:54

Hallo liebe Boxenbauer,

demnächst baue ich mir mal wieder einen kleinen Schallwandler. Und zur Abwechslung soll mal wieder Furnier drauf. Holz ist und bleibt halt nunmal das Schönste!
Nun stellt sich mir die Frage nach dem Wie.
Zur Auswahl stehen mehrere Methoden:

1. Furnier aufbügeln. Man nehme Holzleim, bestreiche damit flächig sowohl Korpus als auch Furnier, warte bis es angetrocknet ist (20min bis max. ein Tag) und bügle das Furnier auf den Korpus.
Vorteil: geht recht schnell und ohne großes Werkzeug. Funktioniert auch um gebogene Flächen.
Nachteil: Furnier wird während der Verarbeitung wellig. Furnierstreifen aneinanderfügen ist nur hintereinander und nicht gleichzeitig möglich. Ansonsten keine Ahnung. Hab's so auch noch nicht versucht.

2. Furnier klassisch aufleimen. Dazu muß man sich ne Furnierpresse aus nem dicken Brett, Styropor und vielen Schraubzwingen selber bauen. Und so gehts: Leim nur auf Korpus auftragen. Dünne Folie drüberlegen (damit das Styropor nicht anklebt), danach Styropor und darauf die dicke Platte zwecks besserer Kraftübertragung. Nun das Paket ohne Wartezeit fest verpressen bis der Leim trocken ist.
Vorteil: Sieht aus wie vom Schreiner! Und wenn die Box breiter ist als das Furnier, kann man letzteres vorher mittels breitem Tesafilm zusammenfügen. Wenn man hier sauber arbeitet siehts perfekt aus!
Nachteil: Ziemlicher Aufwand und man muß nach jeder Seite warten bis der Leim fest ist. Und der flüssige Leim ist ne gute Gleitfläche: Man muß schon gut aufpassen, daß das Furnier beim Festspannen nicht verrutscht!
Damit hab ich schon eine große Box bekleidet. Bis auf eine Stelle ist mir das auch sehr gut gelungen.
Funktioniert nur auf ebenen Flächen!

3. Die Pattex/Sprühkleber Variante: Man nehme Pattex oder Sprühkleber, benetze damit Korpus und /oder Furnier (je nach Kleber ein- oder beidseitig), lege Trennpapier aufs Furnier, richte letzteres auf dem Korpus aus und ziehe das Trennpapier langsam heraus. Währenddessen das Furnier gleimäßig am Übergang zum Trennpapier glattstreichen bzw. anpressen.
Vorteil: Dürfte recht einfach gehen - ähnlich wie die Bügelmethode. Funktioniert auch um gebogene Flächen.
Nachteil: Der Kleber stink mehr als Holzleim. Kann man Pattex so gleichmäßig auftragen, daß hinterher keine Buckel zu sehen sind??

Variante 2 habe ich selber schon probiert. Bei Nummer 1 und 3 kann ich aus eigener Erfahrung nix dazu sagen.

Nun die Fragen ans Forum:
Wer hat schon mehrere dieser Varianten ausprobiert und kann daher zwischen diesen praktische Vergleiche ziehen?
Gibts zu den einzelnen Punkten noch mehr erwähnenswerte Vor- oder Nachteile?
Für weitere Tipps und Anregungen bin sicher nicht nur ich froh!

PS: Hab noch Vor- bzw. Nachteile gefunden die ich eben oben eingefügt habe...
Es gibt nichts besseres als einen guten Freund - ausgenommen einen guten Freund mit Schokolade
Benutzeravatar
Herr-der-Flammen
 
Beiträge: 51
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 06:11

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Busta Reims » Sa 26. Jan 2013, 20:42

Kenne und mache nur Methode 1.
Das Furnier kann mit furnierklebeband zusammen gefügt werden. Das Klebeband ist gelocht, so dass der Leim trotzdem darauf hält.
Busta Reims
 
Beiträge: 61
Registriert: Sa 2. Apr 2011, 22:23
Wohnort: Köln

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon kal » So 27. Jan 2013, 17:28

Hallo

Wenn man leicht zu verarbeitendes Holz und / oder kleine Flächen,ist bügeln kein Ding.

Bei großen Flächen und fiesem Holz,würde ich leimen.

Pattex ging bei mir vor ewiegen Zeit mit Kunstleder schief.Und dann mit Funier.....
Gruß
kal
Benutzeravatar
kal
 
Beiträge: 537
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 11:29

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Herr-der-Flammen » Di 29. Jan 2013, 17:03

Ich hab die Bügelmethode gestern Abend mal ausprobiert:

Damits nicht zu einfach wird hab ich zum Üben rissiges Vogelaugenahorn-Restfurnier genommen und an einer Brettseite nen größeren Radius gefeilt, über den ich auch noch drüberfurniert habe.
Die Rissstücke habe ich untereinader erst mal mit Tesafilm fixiert. Es sind leider trotzdem noch sichtbare Spalte übriggeblieben! Um den Radius herum haben sich die Risse dann auch deutlich geweitet. An der fertigen Box verrunde ich dann vielleicht doch nix...
Damit die Plastikstreifen nicht geich mitschmelzen hab ich Backpapier beim Bügeln dazwischen gehalten.
Am nächsten Tag (heute) mußte ich dann auch nochmal kurz drüber mit dem heißen Eisen, da sich mehrere Stellen doch noch gelöst haben. Obwohl ich davon gestern trotz mehrmaliger Kontrolle nichts gespürt hatte. Aber jetzt hälts (augenscheinlich).

Fazit bis jetzt: die klassische Furniermethode hält garantiert bomben fest. Beim Bügeln ist bisschen Nacharbeit gefragt, hält dann aber wohl auch (wobei das Furnier jetzt noch nicht nass geworden ist...)!
Habe mich daher noch immer nicht entschieden, welche Variante mir bessser gefallen soll. Mist!
Es gibt nichts besseres als einen guten Freund - ausgenommen einen guten Freund mit Schokolade
Benutzeravatar
Herr-der-Flammen
 
Beiträge: 51
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 06:11

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon kal » Di 29. Jan 2013, 18:04

Hallo

Bügeln und Rundungen vertragen sich nicht.
Schrägen musst Du je nach Holz,Winkel und Maserrichtung auch meistens neu ansetzen.

Backpapier brauchte ich noch nie.

Nach dem Wässern wird sich ev. noch was zum nachbügeln ergeben.

Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung habe ich mit fast unverdünnten,nicht ganz dünn aufgetragenem Weißleim die besten Erfahrungen gemacht.
Bügeln mag auch zu feuchtes Funier nicht.Ich befeuchte eigentlich gar nicht mehr das Funier.Die Feuchtigkeit aus drm Leim reicht.
Gruß
kal
Benutzeravatar
kal
 
Beiträge: 537
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 11:29

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon kal » Di 29. Jan 2013, 21:52

Designholz.com

Gute Qualität und Herr Pfeifer ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse !!!
Gruß
kal
Benutzeravatar
kal
 
Beiträge: 537
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 11:29

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Herr-der-Flammen » Mi 30. Jan 2013, 06:27

Anmerkung: Stellte niemals eine frisch furnierte Kiste auf den Ofen!!
Jetzt haben sich 1. die vorhandenen Risse im Furnier deutlich vergrößert und es sind 2. Neue hinzugekommen... Aber Risse mit Wachs aufüllen wollte ich ja auch mal probiert haben :D . Das geht natürlich umso besser, je wärmer alles ist.

Die von euch genannten Quellen kenne ich natürlich aus der Lektüre der K&T. Ob mein Furnier dann mal von da kommt, ist noch nicht entschieden. Schau mich dann erst mal bei mir in der Gegend um, wenns soweit ist.

Mit dem dann Orginal Furnier wirds noch eine zweite Versuchsanordnung unter realistischeren Bedingungen geben!
Es gibt nichts besseres als einen guten Freund - ausgenommen einen guten Freund mit Schokolade
Benutzeravatar
Herr-der-Flammen
 
Beiträge: 51
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 06:11

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Herr-der-Flammen » So 3. Feb 2013, 08:45

Anmerkung die 2te: Kühle das furnierte Holz wieder auf Raumtemperatur ab, und die Risse sind wieder so groß wie vorher.

Anmerkung die 3te: Ist mir doch die Tage ein Heft für selber Macher in die Hände gefallen in der ein Artikel über die Verschönerung gebrauchter Küchen enthalten ist. Und siehe da: genau mein Thema.
Die benutzen die Pattex (Gel Compct oder Permanent-Sprühkleber) Variante zusammen mit Designholz.com Furnier. Hier die Zusammenfassung:
- Papierklebeband (wohl Tesa Krepp oder ähnliches) auf die zu schneidenden Kanten auf der Sichtseite aufbringen. Das verhindert Ausbrüche beim Schneiden.
- Wenn man Furniere auf Stoß verleimt, selbigen ebenfalls mit Papierklebeband fixieren.
- Sowohl auf Korpus als auch Furnier Kleber auftragen und mittels feiner Zahnspachtel gleichmäßig verteilen.
- 15 min warten
- Furnier auf Korpus auflegen. Muß beim ersten Versuch klappen! (Die Trennpapiervariante kennen die wohl nicht)
- Mit großem Druck mittels Kantenroller fest drücken.
- Danach mit nem scharfen Cutter die überstehenden Ränder scheiden, Klebebänder abziehen, Klebereste mit Aceton entfernen und das ganze in Faserrichtung schleifen.
Es gibt nichts besseres als einen guten Freund - ausgenommen einen guten Freund mit Schokolade
Benutzeravatar
Herr-der-Flammen
 
Beiträge: 51
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 06:11

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon Busta Reims » So 3. Feb 2013, 12:40

OK diesmal am Rechner und damit besserer Tastatur....
Habe die Bügelmethode mal ausführlich ausprobiert - auch mit Rissen und Wachs ;-) und allen Fehlern die dazu gehören.
Hier mal meine Erfahrung dazu.

Machen:
- Sowohl auf die Werkstückoberfläche wie auch auf das Furnier satt, aber gleichmäßig Holzleim (Ponal Klassik). Ich nehme dafür eine Schaumstoff Farbrolle wie zum Streichen oder Lackieren.
- Warten bis auf beiden Stücken der Leim wieder durchsichtig ist. Min. 20 min Dauer. Das Furnier rollt danach wieder in die Ausgangslage.
- Nun das Wichtigste. Das Bügeleisen nur auf halbe Leistung. Viel hilft hier nicht viel. Ich muss mich bei sowas immer zurückhalten. Ansonsten gibt es die Risse.
- Stoß auf Stoß mit Furnierklebeband (mit Löchern, gibt es im Fachhandel) auf der Klebeseite zusammen kleben. Natürlich vor dem Leim. Falsche Reihenfolge :shock:
- Um die Überstehenden Kanten abzuschneiden ist die beste Lösung eine Furniersäge. Es geht auch anders, aber am besten geführt und verlässlicher ist die Furniersäge. Schleche Kanten/Übergänge sind damit passe.

Nicht machen:
- Ungleichmäßig Holzleim auftragen. Nicht warten bis er getrocknet ist.
- Zu heiß bügeln gibt Risse. Vergiss den "Trick" mit dem Anfeuchten des Furniers - gibt Riesen Risse!!
- Risse können passieren. Sind sie fein, ist es auch keine Beinbruch. Aber nicht mit Wachs ausbessern. Der ist nur für bereits fertige Oberflächen zum Kaschieren von Fehlern geeignet. Du kannst dann nämlich nicht mehr schleifen. Also besser diese Holzkits nehmen. Bei denen kann auch die Farbe zusammengemischt werden und danach die Oberfläche weiter behandelt werden. Allerdings geht ölen dann nicht so gut, weil im Bereich der ausgebesserten Stelle dunkler als der Rest. Also Holzlack.

Weiteres:
Ein bis zwei Tage später kann sich an einzelnen Stellen das Furnier abheben. Erfühlt und hört man, in dem man mit der Hand über die Oberfläche streicht.
Bei meiner Ungeduld ist die Oberfläche dann bereits lackiert :? , aber einfach partiell nachbügeln (auch hier nicht zu heiß!!) mit Backpapier als Oberflächenschutz.
Diese nachgemachten Furniere ala Safe The Rain Forest von Desingholz oder das wie im Artikel der Aurum vorgestellte sind auf einem Flies aufgesetzt, kosten nicht viel (eher sogar wenig), sind wenn man so will umweltfreundlich und lassen sich super verarbeiten. Über die edlen Echtholzfurniere muss man ja nichts mehr sagen - einfach lecker. Ich habe das Lackieren aufgegeben. Damit es aussieht dauert es ewig, es sieht nie super aus und ist dabei vegleichsweise teuer. Bei den furnierten Boxen kommen immer die die Aahs und Ooohs - dann weiß ich, äußerlich wissen sie schonmal zu gefallen :D
Busta Reims
 
Beiträge: 61
Registriert: Sa 2. Apr 2011, 22:23
Wohnort: Köln

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon tobo » Mi 6. Feb 2013, 15:03

Ich hab mir nicht jede Antwort durchgelesen, aber noch als Info, was mir beim furnieren aufgefallen ist:

Das Furnier selbst hat, meiner Meinung nach, einen Löwenanteil daran, wie sich das Furnier verarbeiten lässt. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit folgender Methode gemacht (natürlich ohne Garantie):

1. Furnier kaufen, welches auf der Rückseite mit einem Vlies verstärkt ist (z.B. das Wenge-Furnier von Designholz.com).

2. Hundsgewöhnlicher Ponal Holzleim mit einem Schwämmchen (!) sowohl auf der Furnier-Rückseite als auch auf dem Lautsprecher relativ dünn auftragen.

3. Ca. eine Minute (!!!) warten, bis der Leim nicht mehr nass ist, eher klebrig, damit das Furnier nicht durch die Gegend rutscht.

4. Furnier auflegen, mit Bügeleisen auf Stufe Baumwolle bügeln bis es fest ist, an den Kanten in Richtung der Maserung wie oft beschrieben im 45°-Winkel an der Kante bügeln

5. Ich hab schlechte Erfahrungen mit den "alten, rostigen Feilen" gemacht, dafür sehr gute mit einem richtig scharfen Teppichmesser (ich kann aber damit umgehen, ist nicht die Sache von jedem)

In der Reihenfolge furnieren, dass die Sichtkanten zuletzt kommen, einen Tag warten, und dann weiter verarbeiten.

Hat bei mir ausgesprochen gut funktioniert und war für 2 kleine Böxlein in ner Stunde geritzt! Wie gesagt, ich vermute, dass mir das Vlies da enorm geholfen hat…
tobo
 
Beiträge: 17
Registriert: Mo 19. Mär 2012, 11:47

Re: Furnieren - Welche Methode ist die Beste?

Beitragvon kal » Mi 6. Feb 2013, 16:04

Den Kleber sehr dünn auftragen,und nur kurz abtrocknen lassen,hat bei den meisten normalen Funieren dann echte Haftungsprobleme zur Folge!!!
Ich setze an den Außenkanten noch mal etwas zusätzlichen Kleber auf.Hält besser.
Teppichmesser finde ich auch besser als Feile.Ich nehme ggf. noch mal Sandpapier.
Gruß
kal
Benutzeravatar
kal
 
Beiträge: 537
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 11:29


Zurück zu Gehäuse - Aufbau, Materialien und Werkzeuge



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron